Linie 11, Wege verbinden, Kinder gestalten Wegweiser und schaffen eine Linie im Stadtteil Griesheim Das Kinderhaus ist eine stadtteilorientierte offene, freizeitpädagogische Einrichtung der Kommunalen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Täglich finden ab 13:00 Uhr Hausaufgabenhilfe und ab 14:00 Uhr Angebote im Spiel- und Werkbereich statt. Projektarbeit, Ferienaktionen, Kinderkultur und Feste ergänzen das Programm. Für alle Kinder von 6 bis 12 Jahren ist das Haus täglich und für jüngere Jugendliche an zwei Abenden geöffnet. Der Besuch ist kostenfrei. Die Boehleschule ist eine seit 100 Jahren im Stadtteil bestehende Grundschule in Alt-Griesheim und wird von ca. 250 Schulkindern besucht. Unser Projekt - Linie 11 verbindet Bei diesem Projekt gestalteten die Kinder aus zwei Schulklassen in Zusammenarbeit mit uns, einer Künstlerin und drei Lehrern der Grundschule die Linie zwischen der Schule und dem Kinderhaus. Sie schufen entlang ihrer Schulwege eine Verbindung zwischen den Orten des Vor- und Nachmittags. Auf dem für die Kinder wichtigen Weg liegen Geschäfte, die lange in Griesheim bestehen und für sie Anziehungspunkte sind. Die 11 wichtigsten und von den Kindern ausgewählten Stationen waren: Der Schreibwarenladen Emmerich, die Post, die Kirche, der HL-Markt, die Seetürmer Apotheke, der Blumenladen, das Anglergeschäft, der Türkische Laden, das Eiscafe, die Bäckerei Engelhardt und der Türkische Imbiss. Die Ideen der Kinder zum Thema Gestaltung des Schulweges wurden gesammelt. Die Kinder erzählten uns viel über Bewegung, über Stehen, Gehen, Laufen, Rennen, und Verweilen. Die Künstlerin setzte den Impuls die Vorstellungsbilder mit Gipsfüßen auszudrücken und diese durch den Stadtteil wandern zu lassen. Den ganzen Monat Mai stand im Kinderhaus der Fuß im Mittelpunkt. Das Projekt begann mit Aktionstagen in der Schule und den ganzen Monat wurde nachmittags im Kinderhaus weiter gearbeitet. Viel Spaß machte es den Kindern ihre Füße mit Wasserfarben zu bemalen und damit Spuren auf Stoff und Papier zu hinterlassen. Zusammen mit den Kindern wurden Schablonen gezeichnet und ausgeschnitten, Gipsbinden dienten ihnen zur Herstellung von ihren Fußformen, die sie ausgossen und nachmodellierten. Der Fuß wurde zum Kunstobjekt. Die Kinder fotografierten sich und ihre gestalteten Objekte vor den Geschäften und an einzelnen Stationen ihres täglichen Schulweges. Die so entstandenen Fotos wurden als Plakate zum abschließenden Aktionstag mit den Originalgipsfüßen für eine Woche in den Schaufenstern der Geschäfte ausgestellt. Eine zusätzliche Malaktion, bei der die Kinder Fußspuren auf die Gehwege zeichneten, brachte die Ausstellung noch stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Die Kinder zeigten uns in der einwöchige Ausstellung etwas von ihren Schulwegen und Treffpunkten, von ihren Erlebnisräumen und Lernorten, die lange schon bestehen und die gute Strukturen bilden, die gepflegt und erhalten werden sollten. |